Tetrachord

Stichworte Chaconne | Ostinater Bass



Tetrachord, zusammengesetzt aus altgriechisch tetra für vier und chorde für Saite, in der antiken, bis ins Mittelalter wirkenden Musiktheorie ein Viertonsystem, das die Basis die jeweiligen Tonsysteme bildet.

Ein Tetrachord besteht aus zwei Ganz- und einem Halbton; die Anordnung ist dabei gleichgültig. Die Tonfolge a g f e stellt also ebenso einen Tetrachord dar wie f e d c. Das Gesamtintervall ist dabei immer eine Quarte. Über die tatsächliche Bedeutung des Tetrachords in der Musikausübung der Antike gibt es keine Gewissheit, doch bildet der Tetrachord als ostinater Bass die Grundlage etwa für Passacaglia und Chaconne. In diesem Sinne – dann als Riff – spielt der Tetrachord auch in Jazz und Rock eine Rolle, häufig als Grundlage für Improvisationen. Doch gibt es beispielsweise auch Kompositionsabschnitte bis hin zu kompletten Song-Kompositionen, die auf einem Tetrachord basieren. Ein Beispiel bietet ein Abschnitt in der Rock-Suite »Tarkus« (1971) der britischen Band Emerson, Lake & Palmer. Der Song »25 or 6 to 4« (1970) der amerikanischen Rockband Chicago basiert beinahe komplett auf einem Bassriff, das aus dem Tetrachord A G Fis F besteht. Auch die britische Gruppe Portishead setzte häufig Tetrachorde als Kompositionsgrundlage ein, doch ist die Zahl der Kompositionen, die im Wesentlichen aus einem Tetrachord bestehen, unüberschaubar.



Diskografie

The Beatles: I Am The Walrus (1967)
Chicago: Chicago II (1970)
Emerson, Lake & Palmer: Tarkus (1971)
Portishead: Portishead (1997)



Literatur

Josephson, Nors S.: Bach Meets Liszt: Traditional Formal Structures and Performance Practices in Progressive Rock, in: The Musical Quarterly 66; 1992
Halbscheffel, Bernward: Rock barock – Rockmusik und klassisch-romantische Bildungstradition; Berlin 2001

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