Mandoline
Mandoline, Lauteninstrument, das die einst ausgedehnte Familie der Lauten heute allein überlebt hat.
Geschichtlich unterscheidet man eine inzwischen veraltete Mailänder Mandoline von der auch heute noch (besonders im südlichen Italien) gebräuchlichen neapolitanischen Mandoline. Letztere hat vier oder fünf Doppelsaiten, wobei die jeweiligen Saitenpaare im Einklang stehen. Die Stimmung ist wie bei der Violine g d a e (Neapolitanischer Typus) bzw. g h e a d e (Mailänder Typus). Das Instrument wird mit einem Plektrum gespielt, die rasche Handbewegung ergibt den für die Mandoline charakteristischen Tremoloeffekt; diese Spieltechnik gehört auch zum Repertoire vieler Rockgitarristen. Als Volksinstrument ist die Mandoline nach wie vor in Italien lebendig, wo sie als ein Melodieinstrument meistens von einer Gitarre begleitet wird. Durch die europäischen Eroberer bzw. Einwanderer ist sie auch in Nord- und Südamerika bekannt und wird sogar in der Rockmusik und keineswegs nur in der von der Volksmusik inspirierten herangezogen. Beispiele finden sich etwa bei Ry Cooder, bei R.E.M., bei Elvis Costello und Kate Bush; ein Meister des Instrumentes ist David Lindley. In aller Deutlichkeit ist das Instrument am Schluss des Songs »Maggie May« in der Fassung von Rod Stewart zu hören.
Verwandt mit der Mandoline ist das Bouzouki (von albanisch »buzuk«) genannte Saiteninstrument, das ebenfalls vier Saiten aufweist, jedoch größer und schlanker als die Mandoline ist und durch das bauchige Corpus direkt an die Laute erinnert. Die britische Rock band Dabe Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich verwendeten das Instrument 1966 für ihren Song »Bend it«.
