Dynacord
Dynacord, deutscher Hersteller von Orchesterelektronik wie Verstärkern und Lautsprecherboxen, 1945 von dem Ingenieur Werner Pinternagel unter dem Namen Funktechnik und Gerätebau, Ing. Werner Pínternagel in Pilsting gegründet.
Pinternagel hatte seine Firma zunächst als Reparaturwerkstätte für Rundfunkgeräte gegründet. Schon bald biete Pinternagel unter dem Namen Dynaphon auch Leistungsverstärker zur Ergänzung vorhandener Musiktruhen und Radiogeräten. Die Firma wuchs rasch und zog 1947 nach Landau in neue Werkstätten um. Zunehmend konzentrierte sich Pinternagel auf den Bau und Verkauf von Orchesterelektronik und Verstärker für die Tonanlagen in Kinos. 1949 bringt der Ingenieur auch Instrumentalverstärker auf den Markt, zunächst Kofferverstärker mit sechs und zehn Watt Leistung; erstmals ist auf diesen Verstärkern der Schriftzug Dynacord zu lesen. Die Verstärker werden im Laufe der Jahre stetig verbessert und ihre Leistung erhöht, so dass sei bald von Musiker von Tanzkapellen nachgefragt werden. Seit 1953 hatte der Name Dynacord bereits einen so guten Klang, dass Pinternagel seine Produkte auch ins Ausland exportieren konnte.
1954 wird die Firma in Dynacord Ing. W. Pinternagel KG umbenannt, schon 1957 aber wurde der Teilhaber, ein Konditor aus Erding aus dem Geschäft entlassen. Zunehmend konzentriert sich Pinternagel auf die Herstellung von Instrumentalverstärkern und Gesangsanlagen, Mischverstärker für Bands und für den ELA-Bereich, jeweils mit unterschiedlichen Vorstufen. Früh erkennt Pinternagel die Bedeutung der Stereotechnik, die Mitte der 1950er-Jahre im Prinzip zwar ausgereift war, aber mangels Geräte noch keine Veränderung im Markt hervorgerufen hatte: Pinternagel präsentierte den ersten Stereoverstärker seiner Firma 1958. In diesem Jahr hatte Dynacord eine Größe erreicht, die einen Umzug in neue Produktionsstätten nach Straubing notwendig machte. Während Pinternagel einerseits den Bereich der Musikelektronik kontinuierlich weiter ausbaute und auch Firmen wie den Hersteller von Plattenspielern, Elac, und die Harmonika-Firma Hohner in Trossingen belieferte, machte er einen zweiten Unternehmenszweig auf und bot Geräte für die Lecksuche in Rohrleitungen an.
In den 1960er-Jahren spielte Dynacord noch eine bedeutende Rolle in fast allen Bereichen auf dem deutschen Markt der Musikelektronik. Zunehmend drängten allerdings zunächst italienische, später auch japanische Hersteller auf den Markt und unterboten die Preise Dynacords. 1969 kaufte Dyncord die Firma Echolette, deren Produkte in kurzer Zeit im Programm Dyncords aufgingen. Im Laufe der 1970er-Jahre wurde die Herstellung von Instrumentalverstärkern nach und nach aufgegeben, Dynacord konzentrierte sich auf den professionellen Bereich von Konzertelektronik, auf Endstufen, Lautsprecherboxen und Mischpulte und Systeme zum Lautsprecher-Management. 2009 wurde die Firma von der Bosch-Unternehmensgruppe übernommen und ist – unter dem Namen Dynacord – Teil der Sicherheitssystemgruppe innerhalb der Firma Bosch.
Geräte der Firma Dynacord gehörten in den 1960er-Jahren zum Gerätepark beinahe jeder deutschen Tanzkapelle und Rockband. Gerätenamen wie Bass King und Imperator für kompakte Bassverstärker sowie Eminent und Gigant für Mischverstärker waren jedem Rockmusiker bekannt, der in den 1960er-Jahren zu einer Band gehörte, sei es als Amateur oder Profi. Besonderen Erfolg hat Dynacord mit seinen Power-Mixern, praxisgerechte Mischpulte mit leistungsstarken Endstufen, die als mustergültige Vertreter ihrer Gattung gelten.
Weblink
http://www.radiomuseum.org/dsp_hersteller_detail.cfm?company_id=251 (Website mit ausführlichen Informationen zu den Geräten der Firma Dyncord)
