Marcus Keef

Keef, Marcus, britischer Fotograf und Gestalter von Schallplatten-Covers, Lebensdaten nicht bekannt; ob es sich bei dem Namen um ein Pseudonym handelt und Keefs richtiger Namen Keith MacMillan lautet, ist nicht gesichert.

Marcus Keef gestaltete zwischen 1969 und etwa 1976 einige künstlerisch ambitionierte Schallplatten-Covers, deren Ästhetik über ihre Zeit hinaus wirkte und wirkt. In aller Regel handelte sich bei seinen Arbeiten um Fotografien, die ihre Wirkung vor allem als Bestandteil von Klapp-Covers erreichten. Seine Fotos erwecken oft den Eindruck, dass sie im 19. Jahrhundert entstanden sein könnte. Durch Unterbelichtung und anschließende forcierte Entwicklung sowie mitunter radikale Farbfilterung sind die Fotos oft monochrom, körnig, von fahlem Licht und falschen Farben bestimmt. Schauplätze wie Requisiten scheinen oft aus einer vergangenen Zeit zu stammen und beschwören ein morbides England herauf, das nichts mehr mit dem Swinging London von 1967 zu tun zu haben scheint. Die oft düstere, beklemmende Atmosphäre wird etwa von weiß geschminkten, in Umhänge gehüllten oder aber in surrealen Zirkuskostümen steckenden Menschen, die statuarisch vor heruntergekommenen Häusern in karger, laubloser Vegetation stehen, bestimmt. Requisiten vom Jahrmarkt wie aus dem Zirkus, seltsame Kostüme, ein Schaukelpferd, Puppenköpfe, als Puppen verkleidete Menschen gaben dem Betrachter Rätsel auf, erinnerten aber auch an den längst vergangenen Viktiorianismus. Möglicherweise hatten etwa die Cover, die beispielsweise Joel Brodsky und William S. Harvey für The Doors (Stange Days; 1967) oder Tim Fulford-Browne für Freedom (Through The Years; 1969) entworfen hatten, Keef inspiriert. Seine Arbeiten ihrerseits waren diversen späteren Gestaltern von Verpackungen für LPs und CDs Anregung, bis hin zu den ganz ähnlichen Bildwelten des Fotografen Lasse Hoile, der vor allem für die Covers der Veröffentlichungen von Porcupine Tree und Steven Wilson verantwortlich zeichnet. Einfluss nahm wohl vor allem die Hülle der ersten LP von Black Sabbath auf den Heavy Metal und den späteren Gothic Rock.
Im Laufe weniger Jahre entwarf Keef die Hüllen für die Schallplatten von Black Sabbath, Beggars Opera, Nirvana (GB), Rod Stewart, Sandy Denny, Status Quo,Colosseum, Manfred Man Chapter Three, Greenslade, David Bowie und Jimmy Campbell; die meisten Cover entwarf der in Zusammenarbeit mit den Labels Vertigo (in den USA Mercury), Neon und Nepentha. Nach 1973 wandte Keef sich mehr der seinerzeit noch jungen Videotechnik zu, so dass sein Name nach 1973 nicht mehr auf Platten-Covers. Ob Marcus Keef ein Pseudonym ist, lässt sich bis dato nicht klären: Angeblich soll er eigentlich Keith MacMillan heißen, sich aber Keef genannt haben, um nicht mit einem anderen, ebenfalls in der Produktion von Musikvideos engagierte Regisseurs namens Keith McMillan, verwechselt. Es gibt aber auch Informationen, dass es sich bei MacMillan und McMillan um ein und dieselbe Person handelt. MacMillan bzw. McMillan produzierten ab Mitte der 1970er-Jahre Videos etwa für Paul McCartney, Blondie, Pat Benatar, The Who und Missing Persons. Wie ein Nachklang auf Keefs Platten-Cover wirkt ein Video Kate Bushs zu ihrem Song »Babooshka«.



Weblink

http://rateyourmusic.com/list/alabaster/cover_art_artist_gallery__1__marcus_keef__photographer_ (Website mit diversen Abbildungen der von Marcus Keef gestalteten LP-Covers)

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