The Dresden Dolls
Stichwort Evelyn Evelyn
Dresden Dolls, The , amerikanisches Rock-Duo, 2000 von Amanda Palmer (* New York 30. 4. 1976; Gesang, Klavier, Orgel) und Brian Viglione (* Greenville, New Hampshire, 16. 5. 1979; Schlagzeug, Gitarre, Gesang) in Boston gegründet.
Bandbiografie
Amanda Palmer hatte vor der Gründung von The Dresden Dolls ihre musikalischen Ambitionen in der von ihr gegründeten Band Amanda Palmer and the Void verwirklicht, arbeitete zeitweise aber auch unter dem Namen The Eight Foot Bride als Living Doll. Viglione hatte in der Rockgruppe Green Eggs and Ham Schlagzeug gespielt. Den Namen The Dresden Dolls wählte das Duo seiner schillernden Bedeutung wegen: Palmer und Viglione verknüpften mit dem Namen einerseits den der deutschen Stadt Dresden und deren Bombardierung im Zweiten Weltkrieg, andererseits mit den weißen Porzellanköpfen von Puppen aus Meißen, eine nur wenige Kilometer von Dresden entfernte Stadt.
2003 veröffentlichten The Dresden Dolls ihre Debütalbum »A Is for Accident«, das Live-Aufnahmen der Jahre 2001 bis 2003 enthielt. Das eigentliche Debütalbum folgte mit »The Dresden Dolls« zwar noch im gleichen Jahr, wurde aufgrund mangelnder Resonanz 2004 jedoch erneut veröffentlicht. Mit dieser zweiten Veröffentlichung gelangte das Duo über bloße lokale Bekanntheit hinaus und wurde mit der dritten CD (»Yes, Virginia«; 2006) dann auch in Europa wahrgenommen. Aus Outtakes dieses Albums und Neuaufnahmen stellte das Duo 2008 das Album »No, Virginia« zusammen. Im selben Jahr erschien auch Amanda Palmers erstes Solo-Album , »Who killed Amanda Palmer«. Palmer arbeitete für das 2010 veröffentlichte Album »Evelyn Evelyn« mit dem Multiinstrumentalisten Jason Webley zusammen.
In ihren Auftritten verbinden The Dresden Dolls, die sich im Konzert weitgehend auf Klavier, Schlagzeug und Gesang beschränken, musikalische und theatralische Elemente aus dem deutschen Kabarett der 1920er-Jahre mit eklektizistischem Rock – und erinnern damit an die Musik Frank Zappas, 10 CCs, des frühen David Bowies und des Duos Shakespears Sister. Beide Musiker treten dabei in der Tradition der klassischen Pantomime auf, weiß geschminkt und kostümiert auf – wirken damit tatsächlich wie Puppen. Der Bezug zum epischen Theater Bertolt Brechts und der Musik Kurt Weills wird zwar behauptet – so änderte Amanda Palmer etwa den Schriftzug auf ihrem Stage Piano der amerikanischen Kurzweil in Kurtweil um -, ist jedoch allenfalls in Bruchstücken identifizierbar; der Einfluss des Dark Cabaret (Schwarzes Theater) auf die visuelle Gestaltung der Auftritte des Duos dagegen ist offensichtlich. Im Vordergrund stehen aber weit mehr das mitunter brachiale Klavierspiel und der Gesang Amanda Palmers, die der Musik des Duos einen unverwechselbaren und einzigartigen Gesamtklang geben. Dazu passt, dass bei einem Konzert der Dresden Dolls in Großbritannien mit Lene Lovich eine Gefährtin im Geiste die Bühne betrat und einen bizarren Auftritt absolvierte.
Diskografie
A is for Accident (2003)
The Dresden Dolls (2003; 2004 wiederveröffentlicht)
Yes, Virginia (2006)
No, Virginia (2008)
Weblinks
http://www.dresdendolls.com (Offizielle Website des amerikanischen Rock-Duos The Dresden Dolls)